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Chinesisch Teil 2

Soziokulturelle und offizielle Lage

Ursprünglich unterschieden sich die gesprochene und die geschriebene Sprache in China nicht wesentlich voneinander; die schriftliche Sprache folgte den Entwicklungen der gesprochenen Sprache. Seit der Qin-Dynastie (221–207 v. Chr.) wurden jedoch Texte aus der Spätzeit der Zhou-Dynastie für die geschriebene Sprache gesetzlich verwendet, sodass das klassische Chinesisch als Schriftsprache von der gesprochenen Sprache unabhängig wurde. Das geschriebene Wort galt als offiziell und das gesprochene bildete Dialekte.

Das klassische Chinesisch diente jedoch ausschließlich als geschriebene Sprache einer kleinen Elite, als gesprochene Sprache wurde spätestens seit der Qing-Dynastie (1644–1911) selbst von den hochgestellten Beamten der Dialekt der Hauptstadt benutzt. Erst gegen Ende des chinesischen Kaiserreiches, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, schwand die Bedeutung des klassischen Chinesisch - als Amtssprache und als literarische Sprache wurde es bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vom Hochchinesischen abgelöst.

Auch für andere Dialektformen des Chinesischen wurden Verschriftlichungsversuche gemacht, jedoch verfügt nur das Kantonesische über eine etablierte Literatur in chinesischer Schrift. Auch außerhalb der geschriebenen Sprache verdrängt das Hochchinesische zunehmend lokale Ausdrücke, da das Hochchinesische landesweit an den Schulen gelehrt wird, wobei es die Dialekte als Umgangssprachen wohl nur stellenweise ersetzt.

Die chinesischen oder sinitischen Sprachen entspringen der sinotibetischen Sprachfamilie. Chinesische Sprachen werden heute von ca. 1,2 Milliarden Menschen gesprochen, von denen die meisten in der Volksrepublik und der Republik China (Taiwan) leben. In vielen Ländern, vor allem in Südostasien, gibt es größere chinesischsprachige Minderheiten. Die chinesische Sprache mit der größten Anzahl an Sprechern ist das Hochchinesische, das oft einfach als „Chinesische Sprache“ bezeichnet wird.

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